Kunstwerk August 2009

Temporary lodgings, 2009

Sibylle von Halem
Seit mehr als 15 Jahren bestehen die meisten meiner Arbeiten aus zusammengesetzten Fragmenten, die immer die Frage offen lassen, ob die gerade sichtbare Anordnung nicht auch eine andere sein könnte. Dabei werden sehr unterschiedliche Materialien eingesetzt, von Stein über Holz und Porzellan bis zu Latex, Wachs, lichtdurchlässigem Seidenpapier und wiederverwerteten Schachteln. Die Skulptur wird hier also nicht als vollendetes, statisches Objekt im Raum gesehen, sondern ist ein Agglomerat aus erweiterbaren und möglicherweise austauschbaren Elementen, die Flexibilität und Mobilität andeuten. Diese Objekte sind alle während eines 6-monatigen Atelierstipendiums an der Cité Internationale des Arts in Paris entstanden – also auch eine vorübergehende Lebensituation. Im Laufe vieler Ortswechsel habe ich mich mit ständig wandelbaren Wirklichkeiten abgefunden und angefreundet, und wünsche mir eine Unterkunft, die auf Reisen mitgenommen werden kann. Immer wieder an einem anderen Ort, sind auch die festen Bestandteile des Lebens immer wieder neu anzuordnen.

Die Arbeiten der Serie "temporary lodgings" sind Behausungen, die demontiert und zusammengebaut werden können. Sie können wie Zelte überall aufgestellt werden, erinnern an notdürftige Unterstände, die in Zeiten der Not oder Katastrophe einsetzbar sind: in Japan werden solche aus wiederverwertetem Papier gefertigt; in Paris stellen die Obdachlosen des Nachts ihre Zelte auf und sind am Morgen  wieder verschwunden.
(Sibylle von Halem)

Die Arbeiten der Künstlerin sind derzeit im Bildhauerhaus Krastal
ausgestellt: mehr Information: 2009-08-09 00:00:00, SIBYLLE VON HALEM  














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