Kunstwerk April 2010

stone_clearing

Egon Straszer
In einem experimentellen Prozess entstand in den letzten Jahren eine rund fünfzig Arbeiten umfassende Werkserie, die Straszer selbst als "stone_clearing" bezeichnet. Die dafür verwendeten Serpentine und Granite fungieren dabei sowohl als technische, wie auch als ästhetisches Material. Sein bildhauerischer Klärungsprozess entsteht sowohl hinsichtlich der Frage nach anderen, neuen Möglichkeiten figurativer Gestaltung als auch hinsichtlihc einer Materialimmanenz, das heißt einer Gestaltbarkeit im Material selbst. Hier vollzieht sich ein entscheidendes neues Moment seines bildnerischen Selbstverständnisses. Mittels minutiösen, computergesteuerten Querschnitten des Steins mit Diamantsägen gelingt es ihm, menschliche Figuren im Stein selbst zu "formen": Säulenidole des 21. Jahrhunderts. Dies geschieht im Spannungsfeld eines Wahrnehmungsspiels von sichtbar - unsichtbar. Je nach dem Blickwinkle des geometrisch eingeschnittenen Stein wird ein formal systematisierer menschlicher Körper dreidimensional auf jeder Seite des Steins einsehbar. Diese plastische Wahrnehmbarkeit resultiert aus einer neuen Relation von Skulptur und Licht.

Dem Künstler gelingt es damit Materialklischees mit ihren Vorurteilen aufzuheben und neue Blicke darauf zu schaffen und dem alten "bildnerischen" Medium Stein zu einer aktuellen Brisanz zu verhelfen.
(Auszug aus einem Text von Carl Aigner "Vom Objekt zur Skulptur - Wiederkehr des Steins. Zur Werkserie stone_clearing von Egon Straszer)










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