Kunstwerk September 2009

Ohne Titel Acryl & Kunstharz auf Holz, 2007 80 x 150 cm

Manfred Mörth
In den Arbeiten des im Lavanttaler arbeitenden Künstlers Manfred Mörth,  stehen die Komposition und das Farbmaterial als primäre Untersuchungsgegenstände im Vordergrund.In Bildobjekten, in Diptychen oder Zyklen, werden Grundsätze der Minimal Art, Farbfeldmalerei und Monochromie aufgegriffen und nicht epigonal, sondern unter neuen Gesichtspunkten formuliert, verbunden und gegeneinander abgewogen. Das unikale Gestaltungsmittel sind die Farbsubstanzen, deren haptische und optischen Eigenschaften verglichen werden.

Auf identen stereometrischen Sperrholzobjekten wird einmal eine pastose Masse aus Grafitpulver und Acrylharzbinder aufgespachtelt, so dass ein kompakter, opaker Farbkörper entsteht. In einer zweiten Version wird reines Pigment zu einer samtig-weichen Oberfläche von großer Intensität und Wirkung verarbeitet, die dem metallischen Grafitglanz gegenüber steht – immaterielle Auflösung versus materielle Verdichtung und physische Präsenz. Die Komposition beschränkt sich auf die bloße Dimensionierung des Bildträgers, die Fläche zeigt sich als egalitäres Farbfeld ohne Strukturierung und ohne Zentrum. Bildträger und Bildkörper verschmelzen in sinnlichen Objekten. Die radikale Vermeidung jeder Art von Komposition kehrt die reale Gegenständlichkeit des Bildobjekts mit Nachdruck hervor.

In anderen Werken werden die Monochromie und die strenge formale Reduktion teilweise zugunsten einer differenzierten Gestaltung aufgegeben, unterschiedliche Materialqualitäten und Methoden unmittelbar miteinander konfrontiert. Der Schwerpunkt der Arbeit verlagert sich von den substanziellen Qualitäten der Mittel auf Komposition und malerische Techniken. Die Proportionen sind nach mathematischen Gesetzen harmonisch angelegt. An eine homogene einfärbige Farbfläche (in Blau oder Rot) grenzt ein farblich und formal differenziertes schwarz-weißes Feld – ein Lackabzug auf Acryl. Die scharfen Kontraste zeigen die jeweiligen medialen Eigenheiten und ihre Wirkung im wechselnden Bezug. Das Element des Aleatorischen tritt hinzu, wird aber kontrolliert, systematisch in einer minutiös gelenkten Technik eingesetzt und dem konstruktiven Grundgedanken untergeordnet. Das Zufällige liegt lediglich im Bereich subtiler Unschärfen.
Christine Wetzlinger-Grundnig: Auszug aus dem Text:Jenseits von Expression und Gestik. Reduktive, konstruktive und konkrete Tendenzen im Werk von Kärntner KünstlerInnen nach 1945. Eine Spurensuche
in: (Hg) K08 Kunst aus Kärnten von 1945 bis heute Band I,Wien, 2008



AUSSTELLUNG MANFRED MÖRTH GALERIE VORSPANN

|||||||||| Vernissage|otvoritev: Freitag|petek 04.09.2009, 19:30
|||||||||| Einführende Worte|uvodne besede: Mag. Igor Pucker
|||||||||| Musik|glasba: papayacoconutbanana
                        Rene Dirty Coleman (g)
                        Philipp Kienberger (b)
                        Roman Wohofsky (key)
|||||||||| Eröffnung|otvoritev: Bgm. Franz-Josef Smrtnik
|||||||||| Ausstellungsdauer/trajanje rastave: 05.-25.09.2009











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